Herabsetzen der Einstiegshürden

Aufgrund einer Reihe von Gründen ist das Werben um Beiträge für eine InnerSource Community herausfordernder als in einer Open Source Community:

  • In InnerSource Communities ist die schiere Anzahl an möglichen Contributors geringer.

  • Contributors werden Ihre Beiträge während ihrer Arbeitszeit erstellen wollen, was bedeutet, dass sie höheren zeitlichen Beschränkungen unterliegen.

  • Das Arbeiten an einem InnerSource Projekt muss nicht zwangsläufig Teil der Leistungsziele eines Contibutors sein, d.h. die Zeit, die sie während dem Arbeiten in der InnerSoure verbringen, kann sie davon ablenken, ihre Leistungsziele zu erreichen.

Das sind die Gründe, warum es für Trusted Committer wichtig ist, den Prozess für Beiträge und das Anwerben von Contributors so reibungslos wie möglich zu machen. Es gibt eine Reihe von Punkten, die dabei hilfreich sein können:

  • jedes Repository sollte ein gepflegtes README.md enthalten. Ein gutes README.md erklärt, was das Repository beinhaltet und für was es benutzt werden kann. Zusätzlich sollte es Informationen enthalten, wie man die Software aus dem Repository herunterlädt, compiliert, testet und benutzt, einschließlich der Information zur Lizenzierung.

  • jedes Repository sollte ein gepflegtes CONTRIBUTING.md enthalten, welches die Erwartungen an den Contributor beschreibt. Es sollte mindestens folgende Fragen beantworten:

    • Wie erstelle ich einen Bug Report oder einen Feature Request?

    • Wen (und wie) kann bei Fragen kontaktieren?

    • Welche Konventionen gelten für Codierung, Branching oder Commit Messages?

    • Was ist die Definition of Done für einen Beitrag?

    • Welche Prozessschritte regeln die Beiträge?

    • Was wird von mir an Unterstützung erwartet, nachdem mein Beitrag akzeptiert wurde?

    • Wo finde ich den Code of Conduct und die Richtlinien, nach denen die Community arbeitet?

Falls die Software mit einer internen Lizenz versehen ist, was in machen Unternehmen eine Voraussetzung für die gemeinsame Nutzung von Software zwischen juristischen Einheiten ist, sollte eine Kopie dieser Lizenz und eine für Laien verständliche Erklärung der daraus resultierenden Rechte und Pflichten zur Verfügung stehen.

Neben ausreichender Dokumentation sollte es für die potentiellen Contributors ähnlich wie bei einer Open Source Software Entwicklung sehr einfach und selbsterklärend sein, die Software lokal ausführen und testen zu können. Dies erlaubt es, so einfach wie möglich mit eigenen Beiträgen beginnen und selbst verifizieren zu können.

Es gibt grundsätzlich zwei Modelle um Beiträge zu erstellen: shared repository und fork and join. Beide haben jeweils Vorteile, und als ein Trusted Committer solltest du beide Modelle unterstützen, um die verschiedenen Bedürfnisse der zukünftigen und aktuellen Contributors zu unterstützen. Deine Contributors werden zahlreiche Fragen über den Prozess oder die Community selbst haben, und es muss jemand verfügbar sein, der diese Fragen beantwortet. Deshalb ist es für eine InnerSource Community wichtig, einen oder mehrere Kontaktpersonen zu haben, die zur Beantwortung der Fragen zur Verfügung stehen. Normalerweise ist diese Kontaktperson jemand aus der Gruppe der Trusted Committer, oder aber sie muss sicherstellen, dass ein anderes Mitglied der Community diese Aufgabe übernimmt.

Es ist wichtig, zukünftigen Contributors bei der Auswahl zu helfen, welche Beiträge benötigt werden. Dabei kann es sich sowohl um Code als auch andere Artefakte handeln, wie zum Beispiel das Schreiben von Dokumentationen, das Erstellen von Grafiken oder Veranstaltungen zu organisieren. Üblicherweise werden dazu im jeweiligen Workflowmanagementsystem der Community spezielle "newcomer tasks" ausgewiesen, oder man etabliert einen Marktplatz für offene Aufgaben, den Contributors nutzen können.

Zusammengefasst ist es sehr wichtig für InnerSource Communities in einem Unternehmen Hürden für Beiträge so gering wie möglich zu halten, um möglichst vielen Kollegen das Mitwirken zu ermöglichen. Das bedeutet, dass sowohl der Zugriff auf hilfreiche Dokumentation bereit stehen sollte, als auch dass Ansprechpartner für die Beantwortung von Fragen und zur Förderung der Zusammenarbeit zur Verfügung stehen sollten. Kurz gesagt, Trusted Committer sollten sicherstellen, dass der Einstieg und das Beitragen als positive Erfahrungen wahrgenommen wird.

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